Hale in Tansania

 

  – ARCHIV –

Die neue & aktuelle Webseite der Hilfsprojekte der Josef-Vogt-Stiftung finden Sie hier:   >>> www.Stiftung-Josef-Vogt.de

Die Intention 

                  

„Gib ihnen einen Fisch, und du ernährst sie für einen Tag. Lehre ihnen das Fischen und du ernährst sie ein Leben lang“.

 

Dieser Satz ist Richtschnur unseres Handelns, doch es hört sich so einfach an und zeigt sich erst später, wie mühsam jenes „Lehren“ ist.

Dabei ist Lehren in diesem Fall nicht das „Besserwissen“ von oben herab, sondern der Austausch von Erfahrungen, das Zeigen von Fertigkeiten und die Hilfe zur Selbsthilfe.
Selbsthilfe die der Kultur und dem Lebensrhythmus der Menschen vor Ort gerecht wird.

 

Der Vorsorge-Gedanke, die Nachhaltigkeit ist uns in Europa und vor allem im Hotzenwald quasi in die Wiege gelegt.
Sich von der Unbill der Natur weitgehend unabhängig zu machen und das Lebensnotwendige zu konservieren, sichert in unseren Breiten das Überleben.

 

 

Kind aus Afrika, Tansania-Projekt.de

In Afrika, wo Hungersnot und Überfluss so nahe beieinander liegen, oft nur von einem Regen abhängen, der kommen kann oder nicht, ist dieses Denken noch fremd. Dazu kommt, das die klimatischen Bedingungen ein „Konservieren“ oder eine Vorratshaltung mit den vorhandenen Mitteln oft unmöglich machen.

 

Lebensmittel durch Einfrieren, Sterilisieren, Räuchern oder Einkochen haltbar zu machen, ist dort nicht bekannt, ja selbst das Trocknen ist bei der hohen Luftfeuchtigkeit schwierig und endet oft mit Schimmelbefall.
Viele Möglichkeiten scheitern schon an sauberem Wasser, das zuerst abgekocht werden muss, bevor man es mit Lebensmittel in Berührung bringt.

 

Damit eine Familie dauerhaft eine sichere Existenz hat, müsste sie daher etwa 4 Hektar durchgängig bebauen können. Mit einer Hacke und einer Machete ist aber maximal nur ein Hektar möglich.
Deshalb ist ein Traktor mit Pflug, der die Hauptknochenarbeit übernimmt, der größte Hebel, zu einer sicheren Existenz.
Daher haben wir als erste Maßnahme zur Sicherung der Lebensgrundlage einen generalüberholten Traktor nach Hale gebracht und die Menschen vor Ort in der Benutzung eingelernt.

 

Leider ist diese kleinbäuerliche Landwirtschaft, wie wir sie noch aus den Nachkriegsjahren auf dem Hotzenwald kennen, in der Region Hale nicht bekannt. Wohl gibt es landwirtschaftliche Großbetriebe, ja richtige Agrarfabriken mit bis zu 1000 Kühen, die nach weltweiten Standards betrieben werden, diese nützen jedoch den Menschen auf den Dörfern und Aussenstationen nichts.
Der gebrauchte Traktor aus Deutschland leistet hier einen Beitrag von dem viele profitieren.

 

Das „tägliche Brot“ sicherer zu machen, ist ein Fokus unserer Arbeit.
Ein weiterer ist die Unterstützung von Behinderten und Waisen.

In einem Gebiet, das mit die höchste Sterblichkeitsrate aufgrund von Aids aufweist, stehen Witwen mit behinderten Kindern an erster Stelle der Bedürftigkeit, da es hier keinerlei staatliche Unterstützung oder Hilfe gibt.

Diese Menschen stehen alleine und sind oft auf Almosen angewiesen.

Hier ist nicht die technische Hilfe gefragt, sondern schlicht Geld und Beistand, um diesen Menschen zum Überleben zu helfen.

 

Neben der „Nothilfe“ die immer eine gewisse Aktualität hat, ist Bildung die nachhaltigste Form der Hilfe.
Im Fall Hale fängt die Bildung im Kindergarten an, wo die Kleinen auf die staatliche Schule vorbereitet werden um dann dort einen guten Start zu schaffen. Der Kindergarten der Pfarrei, mit über 40 Kindern und einer ausgebildeten Erzieherin, leistet eine hervorragende Arbeit.

Diese Bildung ist nur möglich, wenn die Kinder in den Dörfern und  Aussenstationen abgeholt werden können: Der von uns aus Spendengeldern finanzierte Kleinbus ist dafür Voraussetzung. Hierbei ist Geld die einzig mögliche Hilfe von uns.

 

„Spenden für einen guten Zweck“ ist ein geflügeltes Wort bei uns.
Es ist nun notwendig, hier etwas zu differenzieren.
Es gibt aktuelle Notlagen überall auf der Welt, wo nur die großen Hilfswerke (Adveniat, Misereor, Brot für die Welt usw.) helfen  können. Diese haben den Apparat und das finanzielle Potential dafür.

Daneben gibt es die Hilfe die langfristig und nachhaltig angelegt ist, wie im Fall Hale.

Sie hat das Ziel, menschenwürdiges Leben langfristig zu ermöglichen, bzw. eine langsame Verbesserung anzustreben.

Dies ist nur möglich wenn über Jahre hinweg auf ein Ziel hin gearbeitet wird, und wenn ein reger Austausch von Helfenden und Bedürftigen stattfindet.

 

 

Hier gilt das Wort von Antoine de Saint-Exupery:

"Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast."